Auf dem Wiener Stadtgebiet gab es in der Vergangenheit viele Freiwillige Feuerwehren. Fast alle haben sich im Laufe der Zeit aufgelöst oder wurden von der Berufsfeuerwehr übernommen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen zwei der verbliebenen Freiwilligen Feuerwehren in Wien vor.

Freiwillige Feuerwehr Breitenlee

Geschichte

Die Freiwillige Feuerwehr Breitenlee wurde am 27. Juli 1880 gegründet. Im Jahr 1924 konnte durch die Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner, der Jagdgenossenschaft und der Gemeinde eine 30 PS starke Feuerlöschspritze der Firma Knaust gekauft werden. Das Gerät kostete etwa 80 Millionen Kronen und wurde das erste Mal am 24. August 1924 bei einem Großfeuer in Raasdorf verwendet.

Mit dem Inkrafttreten des Gebietsänderungsgesetzes im September 1954 schieden 80 der Randgemeinden aus dem Verband der Stadt Wien wieder aus. Mit ihnen wurden 77 Freiwillige Feuerwehren aufgelöst. Süßenbrunn und Breitenlee verblieben bei Wien, wodurch es seither zwei Freiwillige Feuerwehren in Wien gibt.

Einsätze

Die Freiwillige Feuerwehr Breitenlee rückt je nach Einsatzart alleine oder zur Unterstützung der Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr aus. In den vergangenen Jahren verzeichnete sie steigende Einsatzzahlen und deckt heute das gesamte Einsatzspektrum einer Feuerwehr ab.

Mit derzeit etwa 30 aktiven Mitgliedern und dem seit 2011 zur Verfügung stehenden Rüstlöschfahrzeug werden jährlich etwa 150 Einsätze durchgeführt.

Freiwillige Feuerwehr Süßenbrunn

Geschichte

Im September 1876 kaufte die damals niederösterreichische Gemeinde Süßenbrunn bei der Firma Knaust in Wien eine Feuerwehrspritze um den Betrag von 893 Gulden. Diese Summe konnte von der kleinen Gemeinde aber bis zum Jahre 1879 nicht aufgebracht werden, worauf die Firma Knaust mit einem Gerichtsverfahren drohte. Vertreter der Gemeinde wandten sich an die k. u. k. nö. Statthalterei und ersuchten um eine Subvention. Man erhielt die Auskunft, dass diese nur gewährt werden könne, wenn in der Gemeinde eine Feuerwehr bestehe und es Vereinsstatuten gäbe. Der Schulleiter Müllauer fasste die Vereinsstatuten nach den Satzungen der Freiwilligen Feuerwehr Gerasdorf ab und reichte sie bei der k. u. k. nö. Statthalterei ein. Mit 1. Mai 1879 wurden die Statuten des Feuerwehrvereines Süßenbrunn genehmigt und im Juni 1879 kam es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Süßenbrunn.

Einsätze

Die Freiwillige Feuerwehr Süßenbrunn führt jährlich etwa 50 Einsätze durch. Sie wird ebenfalls über die Nachrichtenzentrale der Berufsfeuer wehr Wien alarmiert und rückt je nach Einsatzart alleine oder zur Unterstützung der Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr aus.

Ausrüstung und Organisation

Die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren mit Fahrzeugen und Geräten erfolgt durch die Feuerwehr der Stadt Wien. Bei Groß- oder Katastropheneinsätzen sind die Wehren in die Alarmorganisation eingegliedert und werden zum Besetzen anderer Feuerwachen herangezogen.

Fazit

Die Freiwilligen Feuerwehren in Wien leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der Stadt. Obwohl es nur noch zwei verbliebene Freiwillige Feuerwehren gibt, sind sie unverzichtbar und stehen im Einsatzfall der Bevölkerung zur Verfügung.


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